WebKonferenz der DialogGesellschaft

Gamification und digitale Beteiligung

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Die Umsetzung von Infrastrukturvorhaben benötigt frühe und gute Öffentlichkeitsbeteiligung. Hierzu wird permanent nach neuen innovativen Tools gesucht, um den Dialog mit allen Beteiligten zu verbessern. Gamification-Ansätze gewinnen in vielen Branchen immer mehr an Bedeutung. Nicht allein durch die Corona-Pandemie bedingt, aber auf jeden Fall durch sie beschleunigt, bringen uns innovative Technologien zu einem Umdenken, auch bei der Gestaltung der frühen Öffentlichkeitsbeteiligung. Schon heute werden Gaming-Elemente, leicht abgewandelt, in die Planungsprozesse für Infrastrukturvorhaben einbezogen. Gleichwohl ist oft nicht klar, wie sie noch besser dabei helfen können, Planungsprozesse zu beschleunigen und -ergebnisse inhaltlich zu qualifizieren. Vor diesem Hintergrund veranstaltete die DialogGesellschaft am 20. Mai 2021 ihre WebKonferenz zum Thema „Gamification und digitale Beteiligung“. Dr. Danuta Kneipp, Vorstandsmitglied der DialogGesellschaft führte durch die digitale Konferenz, die mit 2 Impulsvorträgen startete.

Spielerisch ans Ziel

Kristian Kerkhoff, Inhaber von der Digitalagentur „Demodern“, eröffnete die Vortragsreihe und präsentierte den Teilnehmenden digitale Lösungen mit Gaming-Elementen. Die komplette Präsentation ist hier abrufbar. Gleich zu Beginn stellte er fest, dass durch den Einsatz von Gamification spielerisch Erlebnisse geschaffen werden können, die aus Nutzer:innen echte Fans machen und die so mit dem Produkt interagieren. „Spielerische Elemente bspw. Virtual Reality steigern beim Publikum den Ehrgeiz, etwas zu erreichen, sein Niveau zu steigern oder eine Aufgabe zu beenden. Es kann auch Spaß machen – ein oft übersehener Erfolgsfaktor.“ – konstatierte Herr Kerkhoff. Zudem führe Gamification zu mehr Teilnehmer:innen insbesondere bei jüngerem Publikum in den Veranstaltungen und sei somit eine Chance für digitale Beteiligung.

Mit Gamification zur erfolgreichen Bürgerbeteiligung

Roland Greifeld, Leiter Deutschland von „Civocracy“, berichtete von den positiven Erfahrungen mit Gamification in der digitalen Bürgerbeteiligung. Die Agentur nutzt schon seit einiger Zeit Spiele-Elemente, um die Veranstaltungen spannender zu gestalten und die Beteiligungsrate in den Projekten zu erhöhen. Herr Greifeld stellte den Teilnehmenden die digitale Plattform „Civocracy“ vor, auf der Städte, Kommunen und Organisationen aus ganz Europa mit Bürger:innen kollaborativ und spielerisch zusammenarbeiten, Projekte diskutieren und Ideen entwickeln können. Dieses System wurde in französischen und niederländischen Kommunen sowie in Monheim am Rhein bereits erfolgreich eingesetzt. Herr Greifeld zeigte sich zuversichtlich und wagte eine Prognose: „Digitale Partizipation wird schon 2021 nach Spielemechaniken funktionieren und einen Multiplayermodus in Gang setzen. Das würde Bürgerbeteiligung dynamischer und transparenter machen.“

Fazit und Learnings

In der anschließenden Diskussion mit allen Beteiligten ging es u. a. darum, wie Gamification dazu beitragen kann, den Austausch zwischen allen Beteiligten produktiver zu gestalten, welche Schritte bei Planung und Umsetzung zu berücksichtigen sind und wie wir mit potenziellen Risiken umgehen. Insgesamt zeigte sich, dass der Trend zu spielerischen Tools für die Einbindung der Öffentlichkeit weiter zunimmt. Diese erlauben bessere Interaktion und Kommunikation mit den Beteiligten und steigern deutlich die Beteiligungsrate. Die vorgestellten digitalen Lösungen verdeutlichten, dass Gamification in Kombination mit Beteiligungsexpertise ein sinnvolles Werkszeug für Vorhabenträger ist. Es kann die Informationsgrundlage des Vorhabenträgers verbessern und dabei helfen, jene Zielgruppen besser einzubeziehen, die sich noch nicht zum Vorhaben äußern.

Impuls 1 – Kristian Kerkhoff (Demodern) [PDF]
Impuls 2 – Roland Greifeld (Civocracy) [PDF]

Kontakt
Angelina Groß
Vorstandsreferentin

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Fax +49 (0) 30 520 00 57 – 77
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